Wesak – Christus und Buddha … das Fest der Versöhnung

„Wisst also in eurem tiefsten Inneren, dass man der Schule der Erde nicht entkommt, weil man sich selbst nicht entfliehen kann. Meistens, das muss ich euch sagen, steckt Egoismus dahinter, wenn man ’sich‘ befreien will. Der, der wirklich auf dem Weg nach Hause ist, verlässt nicht die Welt, um sich ausschließlich seiner eigenen Person zu widmen. Sein Ziel ist kein Nirwana, wo er von allem befreit ist, was auf ihm lastet, sondern das Licht, das er auf seinem eigenen Weg leuchten lässt. Er wird zum Sämann, und durch sein Dienen vereint er sich mit dem tiefinneren Wesen, ohne jemals einen egoistischen Willen nach ihm ausgestreckt zu haben. Eine Blume blüht immer spontan auf, weil es ihre Natur ist, unter den Strahlen der Sonne aufzublühen. Niemand kann also unter einer Bewusstwerdung aufblühen, die auf der Ebene des Intellekts, eines egoistischen Willens oder gar einer Furcht bleibt.

Ihr entfaltet euer Herz, Freunde, und atmet das Leben in vollen Zügen in einer Haltung der heiligen Hingabe, des aktiven Vertrauens, das man niemals entdecken kann, wenn man sammelt, sondern im Gegenteil, wenn man gibt. Warum solltet ihr ‚Verdienste anhäufen‘? Ihr würdet euch dadurch eher zum Buchhalter machen als wirklich zum Leiter eurer eigenen Evolution. Die Liebe, die euch mit euch selbst und dem Leben versöhnt, ist eine Liebe zum ‚Selbst‘, nicht zum ‚Ich‘, und sie wird niemals am Ende einer Berechnung offenbar werden, nicht einmal am Ende einer schönen Addition. Seht ihr, es gibt eine großzügige Spontaneität, die darauf wartet, aus dem tiefsten Inneren eines jeden hervorzusprudeln… Hört auf sie, denn durch sie werden die Fesseln der Menschheit fallen.

Ich kann mich nicht klarer ausdrücken: Niemand wird sich befreien, meine Freunde, wenn er nicht das ganze Feuer seines Geistes dazu benutzt, andere zu befreien.“

„Wesak – Christus und Buddha … das Fest der Versöhnung“ von Daniel Meurois beim Ch. Falk-Verlag

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